Die Bibel mit allen Sinnen erleben

Drei bis fünf Jahre waren geplant gewesen, inzwischen besteht das Sinnorama seit zehn Jahren. Offen ist, wie es nach 2020 weitergeht.

Das vom Bibellesebund in Winterthur gestaltete "Sinnorama", eine interaktive Ausstellung rund um die Bibel, feiert sein zehnjähriges Bestehen. Projektleiterin Magda Wassmer ist nach wie vor begeistert vom Konzept. Sie und ihr Team führen Gross und Klein durch Geschichten und Themen der Bibel und sorgen für manch ein Aha-Erlebnis.

 

Inspiration durch Ostergarten

"Das Sinnorama ist einzigartig in der Schweiz", sagt Magda Wassmer. Der Besuch einer ähnlichen Einrichtung in Deutschland hat sie dazu inspiriert. Allerdings sollte nicht nur die Passionsgeschichte, sondern weitere Themen und Gestalten aus der Bibel mit allen Sinnen erfahrbar werden. Zusammen mit Kollegen, Katechetinnen, einem Pfarrer und einer Museumspädagogin entwickelte sie die Dauerausstellung "Sinnorama" in Winterthur. Dazu mietete der Bibellesebund ein Stockwerk im Gebäude der Chrischona-Gemeinde Grüze, direkt gegenüber der Eishalle. 

 

"Es gab nichts Vergleichbares"

"Wir mussten alles selber herausfinden, es gab nichts Vergleichbares", erinnert sich die Projektleiterin. Gemeinsam mit einem Innenarchitekten wurde die Gestaltung des Ausbaus geplant und mit rund 100 freiwillig Helfenden in die Tat umgesetzt. "Leider beschnitten fehlende Finanzen einige unserer Pläne - das war oft schmerzlich", gesteht sie.

 

Interesse bestätigt die Investition

Im August 2008 kamen die ersten Gäste; seither reisst der Besucherstrom nicht mehr ab. Gruppen können schon Monate im Voraus eine von sechs verschiedenen Führungen auswählen. Kinder im Religionsunterricht erkunden die Arche Noah mit der Taschenlampe; Männer interessieren sich dafür, was die Ehefrauen der Patriarchen über ihr Leben und ihren Gatten erzählen. Dazu geniessen sie den köstlichen Apéro, der auf Wunsch vor einer Führung bestellt werden kann. Seit 2014 wird die zeitlose Aktualität der Bibel ins Zentrum gestellt. Eine Gruppe Buben wollte das Aktiv-Zimmer, das viel zum Ausprobieren bietet, gar nicht mehr verlassen. "Es macht nichts, wenn die Mädchen nicht kommen, dann können wir länger bleiben", meinte einer verschmitzt.

 

Lebt das "Sinnorama" weiter?

Was drei bis fünf Jahre vorgesehen war, feiert nun den 10. Geburtstag. Bis 2020 ist die Ausstellung sichergestellt. Wird das "Sinnorama" danach weiterhin dafür sorgen, dass "Menschen Gott begegnen und Gott Menschen begegnet", wie das Motto der Betreiber lautet? Sollten weitere Helfer und zusätzliche Finanzen gefunden werden, sind die Mitarbeitenden sehr gerne zum Weitermachen bereit. Denn wenn sie miterleben, wie Menschen manchmal zu Tränen gerührt vor dem Spiegel mit der Aufschrift "Du bist Gottes Meisterstück" stehen, dann fühlen sie sich reich beschenkt.

 

Mirjam Fisch-Köhler, Idea Spektrum, 07.09.2018

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