Kirche Oberglatt im Stadtzentrum

Vollendet. Flawiler Kinder bauten während einer Woche eine 14 Meter lange Lego-Stadt. Am Freitagabend wurde sie vorgestellt – und auch wieder abgerissen.

Quelle: Wiler Zeitung

Sowohl das eine wie auch das andere war im Sinne der Bauleitung. Denn die Lego-Stadt – ein Angebot des Bibellesebundes – ist ein gefragtes Ding. Bereits in dieser Woche sind die unzähligen Kisten an sauber sortierten und bunten Bauklötzchen in Schönholzerswilen. Deswegen richtete «Bauchef» Marc Lendenmann am Freitagabend bei der Eröffnung der Vernissage deutliche Worte an die vielen Kinder und ihre Eltern: «Schaut, dass ihr die Chips draussen esst und nicht im Ausstellungsraum, sonst müssen die Schönholzerswiler dann mit euren Brösmelis zurechtkommen.»

Es verlief alles reibungslos an diesem Abend. Schon im Gottesdienst zuvor war deutlich geworden, dass man zwar auf sandigem Grund schneller bauen könne als auf Fels, doch das Fundament im Notfall stabiler sei. Dass mit dem Fundament die Bibel gemeint ist, verhehlt Lendenmann nicht. «Schaut auch im eigenen Leben, dass ihr ein gutes Fundament habt», so der ehemalige Pfarrer. Die Mädchen und Knaben waren vom Bau-Virus gepackt, was nicht nur beim inbrünstig gesungenem Baumeisterlied deutlich wurde. «Mir bauet e Stadt», schallte es durch den Raum und die Gesichter der Kinder glänzen stolz. Dieser Glanz nahm wenig später noch einmal zu. Nämlich in jenem Moment, in dem die Kinder zusammen mit ihren Eltern den Ausstellungsraum betreten. Und da stand sie: die 14 Meter lange Lego-Stadt, die aufgrund von genauen Bauplänen entlang der Lukasstrasse zusammengesetzt und anschliessend nach Herzenslust dekoriert wurde. Ein Stadion, ein Flughafen, ein Zoo, allerlei Geschäfts- und Privathäuser. «Das sind ja nicht nur ein paar Häuser, sondern ist wirklich die Abbildung einer kleinen, lebendigen Stadt», sagte eine Grossmutter, während sie ihrer Enkelin übers Haar strich.

 

In zwei Stunden wieder abgebaut

Ein «Liebling» aller ist die Dampflokomotive, die ihre Runden drehte. Neun Stunden reine Bauzeit wurden benötigt, um diese bunte Wunderwelt zu erschaffen. Und in weniger als zwei Stunden war sie dann auch wieder Geschichte. Denn rund 25 Händepaare packten an, um unter anderem die naturgetreu nachgebaute und mitten im Stadtzentrum stehende Kirche Oberglatt wieder zu zerlegen.

 

Christof Lampart, Wiler Zeitung, 10.10.2016

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